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Hortus Conclusus

Boris macht Schule

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Wer wie Jonathan Caspar Dralle in Berlin geboren und aufgewachsen ist, kennt die vielfach mangelhafte Ausstattung der innerstädtischen Oberschulen.
Veraltetes Mobiliar, verwahrloste Klassenräume, Gänge und Sanitärbereiche sowie wegen Baufälligkeit gesperrte Sportanlagen machen die Schulen zu Orten, wo lernen keine Freude macht.

Als der Geschäftsführer von Amber Gartenbau erfuhr, dass die Tennislegende Boris Becker und der TV-Sender Sat.1 mit einem Hilfsprojekt ausgewählte Berliner Schulen renovieren wollten, sicherte er ihnen sofort seine Hilfe zu.

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Amber Gartenbau hat das Sat.1-TV-Pilotprojekt „Boris macht Schule" bei der Renovierung der Georg-Weerth-Schule in Berlin-Friedrichshain unterstützt und mit der Gestaltung der Außenanlagen viel zum Gelingen des Vorhabens beigetragen.

Obwohl das 2009 bezogene Schulgebäude in der Echertstraße 16a fünf Jahre geplant worden war und ca. 3,5 Millionen Euro an Bezirks- und Senatsmitteln in die bauliche und energetische Sanierung der Fassade, des Dachs sowie der technischen Infrastruktur flossen – Boris Becker und sein Sat.1-Team fanden die Georg-Weerth-Schule in einem trostlosen Zustand vor.

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Zusammen mit Berliner Handwerker-Fachbetrieben, die allesamt ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellten, Schülern und Eltern sanierten sie innerhalb von 14 Tagen den gesamten
Gebäudekomplex inklusive des Schulhofs.Und schufen so ein durchgehend freundlicheres Lernambiente für die Friedrichshainer Oberschüler. Amber Gartenbau kümmerte sich um den Sportbereich und das neu zu schaffende Streetball-Feld.

Bevor sie den Belag des Platzes verlegten, gossen Jonathan Caspartmb_04 Dralle und seine Amber-Mitarbeiter ein 1 m3-Betonfundament für den Basketball-Korb und sorgten auch für Fundamentierung und Montage der neuen Outdoor-Fitnessgeräte.

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Damit man an der Georg-Weerth-Schule seinen Mitschülern entspannt bei der Trendsportart Beach-Volleyball zusehen kann, legte Amber Gartenbau Rollrasen zur Einfassung des Spielfeldes aus und pflanzte einen Amber-Baum, der zukünftig im Sommer kühlenden Schatten spenden wird.

„Als geborener Schöneberger kenne ich die sozial brenzlige Situation und die verbesserungswürdigen
Bildungsvoraussetzungen in unseren Kiezen sehr genau", resumiert Jonathan Caspar Dralle. tmb_06„Für mich und meine Amber-Kollegen war es eine Ehrensache, Boris bei seinem Projekt zu unterstützen. Denn ohne von Herzen kommendes Engagement bleibt immer alles beim Alten."

Die Ausstrahlung der Sendung erfolgt am
31. Mai 2011 um 20:15 Uhr auf
Kabel 1.
Klicken Sie auf das Sender-Logo um mehr über die Sendung zu erfahren:
kabel-1-logo




Quelle: Kabel 1

 
  • Hortus Conclusus, Folge 20 pdf

    Wilde Terroristen

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Es gibt dieses Sprichwort, das besagt: „Je fetter der Boden, desto fetter das Unkraut." Jetzt, mitten in der Vegetationsperiode, wachsen und gedeihen also nicht nur jene Pflanzen prächtig, von denen Sie es sich wünschen, sondern leider auch solche, die Sie eigentlich nicht in Ihrem Garten haben wollen.

    Hortus Conclusus 2Ich bin ja nicht so bibelfest. Aber schon da, im Neuen Testament, taucht das Wort Unkraut auf, das „einer zwischen den Weizen" gesät habe. „Als nun der Weizen wuchs und Ähren ansetzte, schoss auch das Unkraut auf", heißt es bei Matthäus. Und weiter: „Da gingen die Arbeiter zum Gutsherrn und fragten: ‚Herr, du hast doch guten Samen auf deinen Acker gesät, woher kommt das Unkraut?' Der Gutsherr antwortete ihnen: ,Das muss einer getan haben, der mir schaden will.'"

    So weit würde ich nicht gehen. Denn was wir da so abfällig Unkraut nennen – nun, das ist eine Frage der Definition. So könnten Sie beispielsweise aus Giersch – hierzulande mitunter das hartnäckigste „Unkraut" – einen durchaus schmackhaften Salat zubereiten. In früheren Zeiten galt der Giersch, das „Zipperleinskraut", als Heilpflanze. Weiße Siedler nahmen den Giersch sogar mit in die Neue Welt. Mit Absicht! Oder nehmen wir mal junge Löwenzahnblätter: eine Delikatesse nicht nur für Millionen Meerschweinchen.

    Mal angenommen, Sie wollen in Ihrem Garten lieber doch keinen Giersch. Das könnte ich gut verstehen, zumal er anderen Pflanzen Licht, Wasser und Nahrung wegnimmt. Etliche Leute berichten mir regelmäßig von ihrem „persönlichen Kampf-Kraut". Einige haben ihn besiegt, andere fragen mich nach taktischem Rat, wieder andere haben sich mit ihm arrangiert. Zunächst die Theorie: Jede Pflanze, die irgendwo vorhanden ist und sowohl Nährstoffe als auch Licht hat, will wachsen. So ist die Natur, und das ist gut so. Die Evolution ebnete jedem Kraut den Weg.

    Zugleich werden unendlich viele Arten vor unserer Zeit gescheitert sein. Anders gesagt: Je anpassungsfähiger, schnellwüchsiger oder effektiver eine Pflanze ist, desto besser war und ist ihre Entwicklung und Verbreitung. Und da hat der Giersch so seine Stärken, leider. Aber zum Glück ist eine dieser Stärken auch sein Schwachpunkt. Des Gierschs größte Stärke ist sein schnell wanderndes Wurzelwerk. Wird dieses – etwa durch einen engagierten Nachbarn – an der Grundstücksgrenze abgetrennt, kommen kurze Zeit später wieder mehrere Wurzeln auf ihn zu und überrollen sein Grundstück wie eine Walze.

    Hier sollte man keine Experimente wagen. Hinzukommt der konventionelle Weg via Samen. Eine weitere Stärke ist das dicht schließende Blätterdach des Gierschs. Es wächst schnell und sorgt für regelmäßige Energiezufuhr. Kaum ein anderes Kraut gewinnt in dieser Wuchshöhe den Kampf ums Licht gegen den Giersch.

    Und genau hier muss man ansetzen: indem man dem Unkraut das Licht nimmt – oder die Blätter, die es aufnehmen. Zunächst beseitigen Sie darum alles, was Sie von der Pflanze oberhalb der Erde sehen, immer wieder. Sie rauben damit der Pflanze die Energiezufuhr. Beim Rasen macht das der Rasenmäher. In den Beeten ist natürlich Handarbeit nötig.

    Wenn Sie das Übel an der Wurzel packen wollen, müssen Sie extrem gründlich arbeiten. Aus jedem Wurzelrest, das in der Erde verbleibt, werden Ihnen schon bald junge Triebe entgegenwachsen. Da könnten Sie auch gleich über einen 30 Zentimeter tiefen Bodenaustausch nachdenken. Sie könnten den neuen Trieben aber auch den Garaus machen, indem Sie den Boden mit schwarzer Folie abdecken, die Sie dann mit Rindenmulch kaschieren und beschweren.

    Danach überlassen Sie anderen Pflanzen das Geschäft, dem Giersch das Licht zu rauben. Da eignen sich etwa Schaublatt oder Funkien, die sehr große Blätter haben und sich zu einem dichten Bestand entwickeln können. Für dieses Vorhaben sollten Sie möglichst große Pflanzen kaufen, damit Ihr Wunschkandidat quasi auf der Poleposition ist.

    Und wenn das alles nicht hilft, versuchen Sie es mit Beten.

    Bei Matthäus steht auch: „Der Feind, der das Unkraut gesät hat, ist der Satan."

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  • Hortus Conclusus, Folge 22 pdf

    Käfer auf Reisen

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Es braucht nicht allzu viel Aufwand, unser mitteleuropäisches Ökosystem zu gefährden. Man nehme: eine Supermarktkette auf der Suche nach attraktiven Sonderangeboten für die Kunden, eine asiatische Baumschule und einen günstigen Frachtflieger. Fertig ist das Problem.

    Hortus Conclusus 2Die Rede ist vom Citrusbockkäfer, der erst seit drei Jahren hierzulande gelegentlich auftaucht. Obwohl es zunächst gelungen ist, seine Ausbreitung an einigen Stellen zu verhindern, dürfte dieser aggressive Schädling inzwischen den Sprung in die europäischen Gärten geschafft haben. In Italien hat er sich bereits auf Hunderten Hektar verbreitet. Dies könnte in den nächsten Jahren einige negative Auswirkungen auf den Laubbaumbestand unserer Breitengrade haben, ähnlich des Angriffs der Miniermotte auf die weiß blühende Kastanie. Jedoch ist die Speisekarte des Citrusbockkäfers weitaus vielfältiger als die der Motte.

    Während es die Miniermotte im Wesentlichen ohne menschliche Hilfe schaffte, nach und nach von Südostnach Mitteleuropa vorzudringen, zog es der schwarze Citrusbockkäfer vor, den Flieger zu nehmen – geht ja auch schneller, wenn der Weg etwas länger ist. Er flog quasi in der Business Class, aber als blinder Passagier. Der Citrusbockkäfer und der zum Verwechseln ähnliche asiatische Laubholzbockkäfer legen ihre Eier unter der Rinde von Laubbäumen ab. Diese sind dort unmöglich zu entdecken. Das ist das Fatale, da der Baumzüchter, Forstwirt oder Straßenbaumkontrolleur den Befall zunächst nicht bemerken kann. Erst wenn nach zwei Jahren die Verpuppung abgeschlossen ist, frisst sich der junge Käfer aus dem Baum heraus, was man an sägemehlähnlichen Rückständen und kreisrunden Löchern im Stamm erkennen kann. Wenn Sie solche Spuren an Zimmer- oder Gartenbäumen finden, sollten Sie nicht einen Moment zögern und behördlichen Rat einholen.

    Der Käfer, schwarz mit kleinen weißen Flecken und auffällig langen Fühlern, ist eigentlich vollkommen harmlos. Zu einem Quarantänefall wird er jedoch, weil er sich in der wichtigsten und sensibelsten Zone des Stammes, eben direkt unter der Rinde, einnistet und den Baum nach und nach zerstört. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, besteht in so einem Fall sogar Meldepflicht. Ist ein Fall eines Schädlings nachgewiesen, setzt eine jahrelange intensive Beobachtung und Bearbeitung – bis hin zur Rodung! – des Gebiets ein.

    Im Fall des Citrusbockkäfers handelte es sich um eine immense Lieferung von Mini-Ahornbäumchen (Acer palmatum) aus China, von denen sage und schreibe etwa zehn Prozent – Zehntausende! – von dem Übeltäter befallen waren. Bis das jedoch festgestellt werden konnte, waren Hunderttausende der Pflanzen verkauft. So – oder so ähnlich, etwa in Lebensmitteln oder Verpackungen – finden jährlich Tausende kleine Tierchen den Weg in die heimische Pflanzenwelt. Auch die immer wieder angebotenen Bonsai-Bäumchen sind groß genug, um Larven einzuschleppen. Das ökonomische Risiko liegt jedoch nicht bei den Wiederverkäufern dieser Pflanzen – oder hat man schon mal davon gehört, dass eine Supermarktkette geschlossen wird, weil dort „kontaminierte" Pflanzen verkauft worden sind? Es nutzte sowieso nichts; die Ware ist binnenweniger Tage verkauft und der Nachweis schwierig.

    Ganz anders liegt aber der Fall, wenn eine Baumschule betroffen ist: Ohne erhebliche Rücklagen wird das in aller Regel das Ende bedeuten – den betriebswirtschaftlichen Super-GAU. Warum? Aufgrund der langzeitigen Verpuppung kann es schnell passieren, dass einem betroffenen Betrieb ein jahrelanges Handelsverbot auferlegt wird. In Baumschulkreisen berät man sich inzwischen über eine Art Rettungsschirm für unverschuldete, durch den Käfer in Existenznot geratene Betriebe. Da dieses Risiko für Versicherungen nicht zu kalkulieren ist, gibt es für diesen möglichen Schadensfall keinen Versicherungsschutz, genauso, wie Versicherungen es ablehnen, ein Atomkraftwerk zu versichern. Die sind ja nicht blöd.

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  • Hortus Conclusus, Folge 23 pdf

    Das große Fressen

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Sie sollten diese Zeilen besser nicht lesen. Zu eklig. Zu brutal. Oder haben Sie ein Problem mit Nacktschnecken? Dann vielleicht lieber doch.

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    Das Tagebuch einer Nacktschnecke bestünde wohl im Wesentlichen aus folgenden sieben Buchstaben: f, r, e, s, s, e, n. Eine Nacktschnecke vertilgt täglich etwa die zehnfache Menge ihres eigenen Körpergewichts. Sie tritt auch nie allein auf. Und es werden immer mehr. Das fast völlige Fehlen natürlicher Feinde – kaum ein Tier mag die schleimigen Dinger fressen – macht die Sache auch nicht einfacher.

    Wir können dieser Plage also nicht tatenlos zusehen. Die von Dieter Moor temperamentvoll aufgestellte These, dass indische Laufenten Nacktschnecken als Delikatesse ansehen, trifft zwar zu, ist aber nur schwer profitabel umzusetzen: In einem Nutz- oder Ziergarten müssen Sie diese Tiere nämlich beaufsichtigen, weil sie sich auch für Ihre Pflanzen und Ihr Gemüse interessieren könnten. Und die Hinterlassenschaften dieser Tiere sind auch nicht ohne. Immerhin soll es Möglichkeiten geben, diese Laufenten zu mieten. „I hired a contract killer", sozusagen.

    Es gibt aber auch andere, ungiftige Möglichkeiten, und das Gute ist, dass man die meisten miteinander kombinieren kann. Zunächst könnten Sie einfach nur jenen Teil Ihres Gartens, den Sie schützen wollen, mit unüberwindbaren Schneckenzäunen umgeben und den Rest der Natur überlassen. Kaffeereste und Asche mögen die Viecher übrigens auch nicht. Das ist, sagen wir mal, die pazifistische Variante – die Sie auch noch ergänzen können, indem Sie Ihren Garten nicht abends, sondern morgens wässern. Weil Schnecken nachtaktiv sind und Feuchtigkeit lieben. Wenn das nicht hilft und Ihnen diese Vielfraße einfach zu viel werden, müssen Sie zum Angriff übergehen.

    Da gibt es zum Beispiel die Bierfalle: Sie graben ein Gefäß so ein, dass es randlos in der Erde liegt und füllen es mit Bier. Die Schnecken – sieh an! – mögen das nämlich und fallen hinein. Leider gibt es dabei ein Problem: Ihr kleines Gartenlokal wird, wie im richtigen Leben, Bierfreunde aus nah und eben auch aus fern anziehen – und Sie als Wirt haben den Ärger mit den Bierleichen. Aber vielleicht hilft da ja eine konzertierte Aktion mit Ihren Nachbarn?

    Ach ja, die Entsorgung. Keinesfalls auf den Kompost, weil sich die Artgenossen dort – ich habe Sie doch gewarnt, diese Kolumne zu lesen! – über die Eiweißzulage im Speiseplan freuen. Dies gilt natürlich auch für die Überreste anderer Mordmethoden: Ich kenne Leute, die schneiden die Schnecken einfach in zwei Teile. Andere übergiessen sie mit heißem Wasser oder streuen Salz, das die Tiere austrocknen lässt. In jedem Fall aber müssen Sie die toten Schnecken tief vergraben oder im Hausmüll entsorgen.

    All diese unschönen Methoden setzen voraus, dass man die Tiere sucht, findet und dann erledigt: Sie müssen also nicht nur den Jäger und Sammler, sondern auch den Henker spielen. Sehr viel weniger grausam erscheinen mir da die beiden folgenden Methoden, einen Garten halbwegs schneckenfrei zu bekommen: Eisen-IIIPhosphat ist ein Köder, ein „natürliches Gift", das Sie allerdings so auslegen müssen, dass die Weinbergschnecken dort nicht herankommen. Es sei denn, Sie wollen auch ihnen zu Leibe rücken. Dieser natürliche Wirkstoff hat zur Folge, dass die Schnecken aufhören zu fressen und daher schlicht verhungern.

    Der Königsweg aber scheint mir ein höchst effektiver natürlicher Feind der Nacktschnecken zu sein: eine Gattung des Fadenwurms mit dem hübschen Namen Phasmarhabditis hermaphrodita. Sie können diese Schneckenbekämpfer im Internet bestellen und in viel Wasser verteilt im Garten ausbringen – vergießen oder versprühen. Diese Fadenwürmer – auch das ist jetzt kurz nochmal eklig – dringen in die Schnecke ein und lösen sie nach einigen Tagen auf. Und übernehmen dadurch auch gleich noch die Entsorgung. Dann dürfte das große Fressen vorbei sein. Jedenfalls für eine Weile.

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  • Hortus Conclusus, Folge 24 pdf

    Auf dem Holzweg

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Es wird wohl kaum noch zu beweisen sein, aber ich nehme mal an, dass Holz der älteste Werkstoff der Menschheit ist. Auch als wir noch auf den Bäumen hockten und es galt, einen Gegner in die Flucht zu schlagen – was lag da näher, als einen Ast abzubrechen und ihn zu gebrauchen? So haben wir wohl mal angefangen, mit dem Holz zu arbeiten.

    Hortus Conclusus 2Im Garten spielt Holz eine sehr große Rolle. Zunächst ist da die Naturnähe und Leichtigkeit, die beispielsweise ein Holzdeck ausstrahlt. Auch die haptische Weichheit dieses Materials ist toll. Stellen Sie sich mal vor, barfuß auf einem Holzsteg zu gehen – und dann auf Beton. Na, was ist schöner? Neben den grandiosen Bearbeitungs- und Konstruktionsmöglichkeiten kommt hinzu, dass Holz ein relativ leichter Baustoff ist, was beim Bauen logischerweise immer einen Kostenvorteil bringt. Stellen Sie sich vor, welches Gerät und wie viel Zeit es bräuchte, um eine Pergola oder einen Zaun komplett aus Stahlbeton zu bauen. Zu viel.

    Für alle hölzernen Bauwerke gilt grundsätzlich: Im Außenbereich mussFeuchtigkeit stets von Holz ferngehalten werden. Sehr schattig gelegene Holzelemente sind in der Regel nach sechs oder sieben Jahren bereits an- oder gar durchgefault, während sie an sonnigen Plätzen doppelt so lange durchhalten. Holzart, Konstruktion und Pflege sind die entscheidenden Faktoren.

    Tropenhölzer wie Bangkirai oder Massaranduba, die über einen hohen Öl- und Harzanteil verfügen, können sogar einige Jahrzehnte überdauern. Das liegt daran, dass diese verhältnismäßig lange für ihr Wachstum gebraucht haben und unter tropischen Bedingungen gewachsen sind. Sie lassen sich jedoch schwer verarbeiten und fühlen sich eher wie Kunststoff als Holz an. Inwiefern ein vorhandenes FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) etwas über nachhaltige Forstwirtschaft aussagt, vermag ich nicht zu beurteilen. Insbesondere wenn diese von Schwellenländern gestempelt werden. Aber solange wir Hamburgerfleisch auf brasilianischen Regenwaldböden produzieren, ist es ja eigentlich auch egal. Die gefällten Bäume müssen ja schließlich irgendwo hin. Deutlich nachhaltiger und ökologisch vertretbarer ist Lärchenholz, die Haltbarkeit liegt bei etwa 15 Jahren und der Transportweg ist nicht allzu weit. Kiefern- und Fichtenholz wird in der Regel imprägniert angeboten, erreicht jedoch keine so hohe Haltbarkeit wie die Lärche.

    Nur: Selbst von den auserwählten Hölzern weiß man nicht, wie sie sich außerhalb des Baumarktes entwickeln werden. Holz arbeitet. Was manche Outdoor-Holzbauwerke nach einem heißen Sommer, gefolgt von einem harten Winter, an Krümmung und Verdrehung aufweisen, schmerzt manchmal sehr. Darum würde ich immer zu einer stabilen Bauweise mit vielen Verbindungen raten, damit sich die Nacharbeit in Grenzen hält.

    Stahl und Beton sind insofern unabdingbar, da sie die physische Verbindung zu Ihrem Garten herstellen. Holz sollte nie mit Erde in Kontakt kommen und auch nie in Betonfundamente eingelassen werden, wegen der Feuchtigkeit. Aber ein Betonfundament sollte so ein Zaunpfosten schon haben, deshalb wird Stahl als Brücke zwischen Fundament und Holz verwendet. Diese Stahlanker werden unterirdisch in den Beton eingelassen und oberirdisch mit kräftigen Schrauben am Holzpfosten verschraubt und stellen somit eine stabile Verbindung dar. Die Schrauben sollten aus Edelstahl gewählt werden. Diese sind etwas teurer, rosten und färben nicht und sie verlieren ihren Kopf nicht so schnell.

    Vor einigen Jahren sah ich bei einem Kunden eine merkwürdige Konstruktion: Auf allen waagerechten, dem Regen ausgesetzten Balken eines Geländers lagen ebenso breite Leisten, geölt und vorsichtig mit Edelstahlnägeln befestigt. Diese Leisten, erklärte er, tausche er alle paar Jahre aus, bevor das Geländer darunter vom Wetter angegriffen würde.

    Man sieht: Die praktische Intelligenz, die uns von den Bäumen heruntergeholfen hat, schlummert wohl in uns weiter. In jedem von uns. Nicht nur Holz arbeitet.

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  • Hortus Conclusus, Folge 25 pdf

    Christbäume

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Wer viel arbeitet, hat manchmal nicht genug Zeit zum Essen. So kam es, dass ich vor ein paar Tagen zwischen zwei Terminen an einer Pommesbude die Frage eines kleinen Jungen aufschnappte: „Papi, was ist eigentlich ein Zeh-deh-uh-Baum?" Der Vater, noch kauend, sagte kopfschüttelnd, dass es so was nicht gäbe. Der Junge: „Aber die ganze Stadt ist doch voll davon!"

    Hortus Conclusus 2Recht hatte er. Im Südwesten Berlins hat die Partei Hunderte Bäume mit Werbetafeln verziert, auf denen zu lesen ist: „Ich bin ein CDU-Baum!" Wie Sie wissen, wurde vergangenes Wochenende in Berlin gewählt. Kaum ein Baum war mehr vor der Mitteilungswut der Parteien sicher. SPD-Spitzenkandidat Wowereit verkündete auf Plakaten, dass er Berlin verstünde. Die Konservativen plakatierten vollkommen ironiefrei, dass man sie wählen solle, damit sich was ändere. Die FDP wollte in Paris Croissants anstelle von Schrippen bestellen und so wahrscheinlich auf die Bringschuld der Migranten – wenn auch etwas verquer – hinweisen. Ging bekanntlich nicht so gut aus.

    Komisch, sich vorzustellen, die CDU hätte alle Bäume, die sie sich da gutschreibt, selber eingepflanzt. Könnte sie das? Wer kann es überhaupt? Einen Baum pflanzen? Immerhin eine Sache, die man in einem gelungenen Leben angeblich nicht versäumt haben darf.

    Bevor Sie zur Baumschule fahren, müssen Sie sich überlegen, was Sie wollen. Soll der Baum groß werden? Oder gerade mal das erste Stockwerk Ihres Hauses erreichen? Haben Sie Platz für eine ausladende Krone? Eine diplomatische Vertretung, die zu meinen Kunden zählt, hat eines Tages festgestellt, dass auf dem Nachbargrundstück ein Wohnhaus gebaut wird. Es bedurfte eines Sichtschutzes. Etwa sechs Meter hoch, aber keine Mauer oder Bretterwand. Die Platanenreihe ziert nun diesen Bereich und schirmt wunderbar ab.

    Sie müssen vordenken,um nicht irgendwann Probleme mit einer durchwurzelten Kellerabdichtung zu bekommen. Auch Diskussionen mit den Nachbarn aufgrund ausladender Äste oder Verschattung sind lästig. Achten Sie stets auf genügenden Abstand zum Nachbargrundstück – die Vorschriften sind hier von Region zu Region verschieden. Bäume können bis zu einer Höhe von etwa 15 Metern geliefert und gepflanzt werden. Das geht allerdings ins Geld, allein der Kraneinsatz. Für welchen Baum auch immer Sie sich entscheiden: Graben Sie eine große Grube (doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen), lockern Sie diese ein wenig auf und füllen sie zur Hälfte mit einer guten Erde. Bedeutet: Ein hoher Humusanteil ist in jedem Fall gut. Sie könnten zum Beispiel Kompost beimischen. Diese „neue" Erde noch ein wenig mit der vorhandenen Erde durchmischen und schon kann der Baum in sein gemachtes Bett gesetzt werden. Achten Sie darauf, dass der Wurzelhals (Übergang von Wurzel zu Stamm) etwa niveaugleich mit dem Gartenboden ist, füllen Sie einfach den Rest der Grube mit der „guten Erde" und verdichten diese mit den Füßen.

    Neben einer ordentlichen Pflanzgrube braucht so ein Baum eine Baumverankerung, um nicht beim nächsten Sturm aus dem Lot gebracht zu werden, wobei neu gebildete Wurzeln wieder abreißen würden. Diese Sicherung kann mit Holzpfählen und Kokosstrick oder unterirdisch mit speziellen Baumankern hergestellt werden.

    Der anschließend aus Erde herzustellende Gießkranz, dessen Durchmesser etwas größer als der des Wurzelballens sein sollte, hat eine Art Trichterfunktion und ermöglicht es, große Mengen an Wasser punktgenau an der Wurzel versickern zu lassen. Direkt nach der Pflanzung sollte dieser mehrfach geflutet werden, damit keinerlei Hohlräume mehr an der Wurzel vorhanden sind.

    Nach getaner Arbeit könnten Sie natürlich ein Schild an Ihrem Baum anbringen, je nach Ihrer Präferenz: Ich bin ein CDU-, CSU-, FDP-Baum oder ihn zum sozialdemokratischen Urgehölz oder gar zum Piratenbaum erklären. Oder Sie denken sich einfach: Das ist mein grüner Baum. Auch wenn er dann, wie am vorigen Sonntag gesehen, auch nicht zwangsläufig in den Himmel wächst.

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