Gartenverband
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Hortus Conclusus

Gartentipp

Seit dem Bestehen unseres Internetauftritts präsentieren wir Ihnen jeden Monat aufs Neue ein interessantes Thema rund um Flora und Fauna.
Thematisch orientieren wir uns dabei an der Jahreszeit und sind bestrebt, komplexe Zusammenhänge auf das Wesentliche komprimiert und auch für den Nicht-Botaniker verständlich aufzubereiten.






Bambus - Das Allround-Wunder 

Mindestens 360 Milliarden weltweit, davon 60 Milliarden allein in China und 90 Milliarden in Indien. Was sich wie Zahlen eines Konjunkturprogramms liest, ist die Quadratmeterangabe für die Verbreitung einer der häufigsten und robustesten Pflanzen unseres Planeten.
Die Rede ist vom Bambusgewächs.

Nicht ohne Grund gilt die Pflanze in Asien traditionell als vielseitiger Baustoff. Verbunden mit einer leichten Verfügbarkeit, erzeugt durch große Schnelligkeit im Wuchs, eignet sie sich ideal als Werkstoff. Richtig getrocknet ist sie in der Sabilität den Harthölzern sogar überlegen. Und dabei weitaus leichter und elastischer. Aus diesem Grund findet der Bambus seit Jahrhunderten Verwendung beim Bau von Straßen, Booten, Fahrrädern, Wasserleitungen und Gerüsten, bis hin zu technischen Konstruktionen wie Brücken und Häusern. Neben der ökologischen Nachhaltigkeit zeigt sich insbesondere in Erdbeben gefährdeten Gebieten, dass Bauten aus Bambus bei Erdstößen wesentlich besser gewappnet sind, als jene, die aus Lehmziegeln errichtet wurden.
Inzwischen wird sein Einsatz zwar durch andere Materialien stark reduziert, mit seinen essbaren Bambussprösslingen oder auch als Zierpflanze erfreut sich der Bambus hingegen wachsender Beliebtheit.

Eine späte Erfolgsstory, da der Bambus auf sämtlichen Kontinenten beheimatet ist, in Europa bisher jedoch (sowie in der Antarktis) eine Ausnahme bildete. Ob der Artenvielfalt kann China getrost als Mutterland des Bambus angesehen werden und führt mit über fünfhundert bekannten Arten klar die Rangliste an. Immerhin noch 130 Arten wachsen allein in den schroffen Anden. Betrachtet man die relativ geringe Fläche Japans, bedeuten die dort ansässigen etwa hundert, meist kleinwüchsigen, Spezies eine überwältigende Vielfalt.

Einige Bambusarten können bis zu 38 Meter hoch werden. Und auch beim Blühen werden sie teils extrem. Erscheinen nach 25 Jahren die ersten Blüten, geschieht dies so zahlreich und ausdauernd, dass die Pflanze sich erschöpft und ganz oder bis auf das Rhizom abstirbt. Dieses Phänomen war vor einiger Zeit in Kleinmachnow, vor den Toren Berlins, zu bewundern.

Die Pflanze ist zwar tropischen bis subtropischen Ursprungs, manche Arten jedoch fühlen sich auch in kalten Gefilden wohl. So bildet eine Art in der östlichen Andenkette noch bei 4700 m über dem Meeresspiegel ein undurchdringliches Dickicht und wächst bis zur Schneegrenze. Auch im Himalaja steigen einige Arten bis auf 3800 m über NN. Aufgrund dieser Eigenschaft und da Bambus eine immergrüne Pflanze ist, eignet sie sich ideal für deutsche Gärten.


80% aller in Deutschland angebotenen Bambussorten sind robust, winterhart und verkraften kurzzeitig Temperaturen bis −20 °C. Die meisten der in Deutschland anzutreffenden Bambusarten verbreiten sich per Rhizomen, die bis zu 30 cm unter der Erdoberfläche wachsen und teilweise erst nach mehreren Metern wieder einen Trieb entwickeln.

Zu den wichtigsten Arten in unseren Gefilden sind zu zählen:

  • Arundinariinae Fargesia (Horstbildend)
  • Shibataeinae Phyllostachys (Rhizombildend)
  • Arundinariinae Sasa & Pseudosasa (Rhizombildend)
  • Viridistriatus plei bastus (Rhizombildend)

Unser Amber-Tipp:
Um lange Freude am immergrünen Wuchs zu gewährleisten, ist es unbedingt notwendig, Rhizomsperren (Wurzelsperren) in der Erde um den Bambus setzen zu lassen.
Nur so erreichen Sie ein kontrolliertes Wachstum und vermeiden spätere Überraschungen über ungebetene Gäste in fremden Gärten.

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Dünger - es geht auch Bio

Für den Lebensmitteleinzelhandel wird es nicht leichter: Nun muss er auch noch auf den steigenden Bio-Trend reagieren. Die Nachfrage zu nachhaltig produzierten Lebensmitteln steigt beständig und der Verbraucher erwartet inzwischen selbstverständlich, sie im Regal vorzufinden.

Anbieter von biologischen Lebensmitteln waren und sind die Gewinner der letzten Jahre. Einzelne biologische Marken sind inzwischen zu regelrechten Trendmarken avanciert und umweltbewusste Verbraucher identifizieren sich gerne mit ihnen. Aber auch im Bereich der Gartenpflege macht sich dieser Sinneswandel bemerkbar.

Die Gartenwelt spricht stets über ihn. Häufig wird er als schlecht und giftig abgetan. Und doch ist er für alle Pflanzen unabdingbar: der Dünger.

Dieser kann grob in zwei Arten unterteilt werden. Zum einen in die, durch den Einsatz von Energie und dem Zuführen von Chemie, bearbeiteten Salze - die sogenannten mineralischen Dünger. Zum anderen in die, seit kurzem vermehrt zu findenden, organischen Dünger. Diese bestehen größtenteils aus unbehandelten tierischen oder pflanzlichen Stoffen und können somit als echte Bio-Alternative angesehen werden.

Während Chemiedünger wie moderne Vitaminpräperate funktionieren und den Boden kurzfristig mit Nährstoffen überschwemmen, die schnell ausgespült werden oder im Grundwasser versickern, wirken organische Dünger auch durch die unterschiedliche Körnung nachhaltiger. Nach der Ausbringung startet unmerklich ein biologischer Prozess, bei dem Bodenlebewesen wie Würmer, Käfer, Asseln, Spinnentiere, Bakterien und Pilze mit der Zersetzung beginnen. Vorteilhaft bei der Wirkung dieser Düngemittel ist die Tatsache, dass die im Boden arbeitenden Organismen von den gleichen Umweltfaktoren wie Feuchtigkeit und Temperatur abhängig sind.

Das heisst, das „Angebot" ist im Allgemeinen dann am höchsten, wenn die „Nachfrage" am stärksten ist.Weitere Vorteile und Nachteile der beiden verschiedenen Düngemittel und Bodenhilfsstoffe haben wir für Sie kurz zusammengefasst:

Naturdünger Chemiedünger
Wirkung auf Bodenorganismen Förderung Schädigung
Schäden durch Überdüngung Nein Ja
Wirkung auf Bodenstruktur Förderung Schädigung
Wirkungszeitraum Sehr lang Kurz
Belastung des Grundwassers Nein Ja
Energieeinsatz bei Herstellung Äußerst gering Hoch
Gesundheitsrisiko für Kinder und Tiere Nein Ja
Förderung der Humusbildung Ja Nein
Ausschüttung von Nährstoff Normal Hoch
Speicherung im Boden Ja Nein
Krankheitsprophylaxe für Pflanzen Hoch Niedrig

Die Vorteile des Naturdüngers sind hier klar ersichtlich. Im Sinne der hochwertigen und nachhaltigeren Gartenpflege haben wir uns entschlossen, verstärkt den Einsatz von Bio-Düngern zu forcieren.

Unsere Amber-Experten sind seit Jahren mit diesem Sachgebiet vertraut und können Ihnen versichern: Ihr Garten wird es Ihnen mit einem schöneren Rasen, kräftigeren Pflanzen, weniger Schädlingsbefall, schönen Blüten und höherem Fruchtertrag danken! Ein etwas höherer Grundpreis pro Kilo rechnet sich bald, da Folgekosten, verursacht durch Pflanzenkrankheiten oder Totalausfälle im Bestand, minimiert werden. Der wohl ernährte Garten entwickelt sich deutlich positiver und somit steigt auch der Wert Ihrer Immobilie.

In Feldversuchen konnten wir mit Produkten der Firma Oscorna gute Erfahrung sammeln. Amber empfiehlt unter anderem:

  • Oscorna Rasaflor Rasendünger
  • Oscorna Rhododendrondünger
  • Oscorna Hornamon Gehölzdünger
  • Oscorna Wachstumsdünger Hornspäne
  • Oscorna Rosendünger sowie
  • Oscorna Bodenaktivator

Werden Sie zum aktiven Umweltschützer und investieren Sie auch im Bereich Düngemittel mit professioneller und nachhaltiger Gartenpflege langfristig in einen schönen und vor allem gesunden Garten! 


Haben Sie noch Fragen?
Gern beantworten wir Ihnen alle Fragen rund um die nachhaltige Gartenpflege. Schreiben Sie uns eine e-Mail oder rufen Sie uns an.

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Bonsai - Gartenkunst aus dem Pflanzgefäß

Ein Bonsai ist für viele Menschen nur ein zu klein geratener Baum. Doch wer anfängt, sich mit der fernöstlichen Gartenkunst zu beschäftigen, merkt schnell, dass der Bonsai etwas Besonderes ist. Es bedarf vieler Pflege und großer Geduld, um einen Bonsai-Baum "groß zu ziehen". Der Begriff "Bonsai" kommt aus dem Japanischen und setzt sich aus den Worten Bon (= Gefäß) und sai (= Pflanze) zusammen. Seinen Ursprung findet der Bonsai allerdings in China, wo man die Bonsai-Zucht als eine Art Kunst versteht, in der man eine Harmonie zwischen den Naturelementen und dem Menschen darstellen möchte. Hier repräsentiert meist ein Baum die Natur und die Schale in der er steht, steht für die Menschen. Im Gegensatz zu anderen Kunstwerken endet die Kunst des Bonsais niemals. Hinweise auf die ersten Bonsais gibt es schon vor 200 v. Chr. Durch buddhistische Mönche fand der Bonsai seinen Weg nach Japan und erst sehr viel später durch die Pariser Weltausstellung nach Europa.

Hier in Europa wird der Bonsai eher auf seine ästhetischen Aspekte reduziert. Für einen Bonsai werden traditionell Kiefer, Wacholder, Ahorn, Ulme und Fruchtbäume (z.B.: japanische Aprikose) verwendet. Europäische Gehölzarten wie Fichten und Buchen eignen sich auch für die Bonsai-Züchtung.

Der Vorteil der heimischen Arten ist, dass sie klimatisch angepasst sind. Trotzdem gilt, dass "Outdoor-Bonsais" vor starker Kälte geschützt werden müssen.

 Natürlich gibt es Bonsai-Bäume auch als "Indoor"-Variante. Allerdings ist die Aufzucht von Indoor-Bonsais problematisch, da die Gehölze andere Lebensbedingungen haben als normale Zimmerpflanzen. Sie brauchen viel Licht, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 15-30°C. Diese Bedingungen findet man jedoch selten im Haushalt. 
Eine Ausnahme bilden lediglich die kleinblättrigen Arten der Gattung Ficus, welche sehr robust und im Vergleich pflegeleicht sind.

 Der Bonsai-Baum erhält sein typisches Miniaturaussehen durch regelmäßiges Beschneiden von Ästen und Wurzeln. Man verfährt nach der Methode: "Zurückschneiden und wachsen lassen". Auch durch die Verwendung von Spanndrähten kann die Form der Bonsais beeinflusst werden. Hierbei umwickelt man den Ast, den man formen möchte am Besten mit kupferüberzogenem Aluminiumdraht oder Kupferdraht und biegt den Ast vorsichtig in die gewünschte Form. Der Draht sollte nicht zu lange am Bonsai gelassen werden, da sich sonst "Gewindespuren" bilden.

Der Blattschnitt ist eine Methode um den Baum anzuregen, neue Triebe zu entwickeln. Sie fördert die Feinverzweigung und lässt kleinere Blätter entstehen. 
Um den Baum künstlich altern zu lassen, entrindet man den Stamm und Teile der Äste.
 Der Amber-Experten-Tipp: Weniger ist mehr, selten zurückschneiden und wenn, dann kräftiger, zurück bis auf das dritte Blatt des neuen Triebes. Der positive Nebeneffekt bei diesem Vorgehen ist, dass man sich aus den abgeschnittenen Trieben im Frühjahr Ableger ziehen kann. Ein wichtiger Bestandteil für einen Bonsai ist seine Schale (bzw. das Pflanzgefäß). Sie ist Teil des Gesamtkunstwerkes und wird passend zur Pflanzenart gewählt.
 Die Tatsache, dass der Bonsai-Baum in einem Pflanzgefäß aufgezogen wird, hat einige Maßnahmen in der Pflege zur Folge. Da der Boden nur begrenzt Nährstoffe liefern kann, ist Düngen und artgerechtes Gießen sehr wichtig.
 Bonsais bleiben nicht immer im selben Gefäß. Man kann sie durchaus verpflanzen oder wechselt zumindest die Erde nach einer gewissen Zeit aus, je nachdem wie groß der Bonsai ist. Dazu nimmt man die "Bäumchen" aus ihren Gefäßen und entfernt die Erde auch zwischen den Wurzeln, zur Not nimmt man dafür ein Stäbchen als Hilfsmittel. 
Anschließend schneidet man den Drehwuchs, das sind die Wurzeln, die sich an der Gefäßgrenze entlangwinden, zurück. Danach legt man wieder ein Drainagenetz über die Abtropf-Öffnungen des Gefäßes, setzt den Bonsai in eine untere Erdschicht, verdrahtet die Wurzeln am Gefäß und füllt abschließend die Erde wieder auf.

 Die Erde sollte spezielle Bonsai-Erde sein, die es mittlerweile fast in jedem Baumarkt/Pflanzenmarkt zu kaufen gibt.

Schädlinge sind ein Problem bei Bonsais, wenn man nicht weiß, wie man dagegen vorbeugt bzw. sie bekämpft. Viele Bonsai-Freunde stellen ihre Bäume in den warmen Monaten nach Draußen, um sie in der kalten Jahreszeit wieder zurück ins Zimmer zu holen. Dabei transportieren die Bäumchen oft Schädlinge mit in die Wohnung, die sich im trockenen warmen Raumklima prächtig weiterentwickeln können (z.B. Spinnmilben, Schildläuse).
 Daher empfiehlt es sich, ein schonendes Bekämpfungsmittel bei den Bonsais anzuwenden.

 Wer vorhat, sich einen Bonsai zuzulegen, sollte sich vorher gründlich informieren. Auch wenn der Bonsai meistens nicht sehr pflegeleicht ist, begeistert er jeden, der ihn sieht. Das ist die Pflege wert und macht vielen Bonsai-Besitzern große Freude.



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Die Mistel - ein Halbparasit?

Das Fest der Liebe, ein kleines Sträußchen über den Wohnungseingang und einem unbeschwerten Kuss steht nichts mehr im Wege. So war es zumindest bislang.

Nach der Miniermotte kommt nun die nächste Schreckensnachricht für alle, die um den Berliner Baumbestand besorgt sind. Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass die stets so positiv besetzte Mistel eigentlich ein Halbschmarotzer ist. Die bei uns heimische Weißbeerige Mistel (Fachbezeichung Viscum album), die gern in Laubbäumen nistet, hat inzwischen 20.000 bis 40.000 Berliner Bäume befallen. Und diese werden, früher oder später, daran zugrunde gehen.
Der Krankheitsverlauf ist dabei immer der Gleiche. Zuerst sterben Teile der Krone ab und anschließend bricht sie vollständig auseinander. Bislang ist kein einziger Fall bekannt in dem ein Baum eine Mistel aus eigener Kraft wieder losgeworden ist. Die Wurzeln der Mistel dringen in die Rinde des befallenen Baums ein und entziehen ihm gelöste Mineralsalze. Nach durchschnittlich 15 Jahren sterben die Bäume dann ab - ein Gegenmittel ist bislang nicht bekannt.

Bereits in der Kultur der alten Germanen galt der Parasit als Heilpflanze oder Glücksbringer und wurde bei kultischen Handlungen eingesetzt. Druiden nahmen sogar an, dass Götter die Misteln in die Baumkronen gestreut hätten. Also alles kein Problem und ein darwinsches Spiel des survival of the fittest? Mitnichten.
Die heutige Situation ist nicht mit der damaligen zu vergleichen. Vögel wie der Specht oder der Eichelhäher ernähren sich gerne von den weißen fleischigen Früchte der Mistel. Allerdings können sie die darin enthaltenen Samen nicht verdauen. Wenn dieses Ausscheidungsprodukt nun auf einer Linde, Robinie, Pappel, Ahorn oder Birke liegen bleibt, beginnt der Samen kurz darauf zu keimen. Die Zahl der befallenen Bäume hat sich seit den sechziger Jahren verzehntfacht, da die Anzahl der Überträger exorbitant anstieg.

Die Bezeichnung Halbschmarotzer verdankt der immergrüne Eindringling der Tatsache, da er bereits kurz nach dem Keimen mit der Photosynthese anfängt und daraus ein Großteil seiner Energie erhält. Trotzdem greift die Pflanze auch die Leitbahnen für die organischen Substanzen an und entzieht dem Wirt Nährstoffe. Ein verhängnisvoller Prozeß für den befallenen Baum.

Bislang gehen die Meinungen über die Thematik Parasit oder Halbparasit auseinander. Dies ist auch der Grund weshalb sich das Land Berlin - als das stärkstes betroffenes Bundesland - nicht sonderlich für den Sachverhalt interessiert. Es wird lediglich empfohlen stark geschädigte Partien entfernen zu lassen, bevor abbrechende Teile größere Schäden anrichten und sich die Mistel ungehindert ausbreiten kann.

Der Amber-Tipp:
Vermeiden Sie Schäden durch abbrechende Äste und werden Sie zum aktiven Umweltschützer. Ein Experte erkennt meist mit bloßem Auge abgestorbene Äste und Krankheitsbefall jeglicher Art an Bäumen.
Rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen kostenfreien Besichtigungstermin.


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Bäume sind die Großväter unserer Vegetation, da Sie mitunter mehrere hundert Jahren alt werden. Die Grannenkiefern in den White Mountains in Kalifornien gelten als die ältesten Bäume der Welt. Sie wachsen dort an der Baumgrenze und sind fast 5.000 Jahre alt. In Mitteleuropa werden die ältesten Bäume derzeit auf etwa 650 Jahre datiert.

Zwar gibt es auf der ganzen Welt eine kaum überschaubare Artenvielfalt, es dominieren aber je nach Region unterschiedliche Baumtypen. Ganze Länder werden durch bestimmte Arten geprägt, wie beispielsweise die Eiche und Buche in Deutschland, der Lebensbaum in Frankreich oder der sogenannte Affenbrotbaum in der afrikanischen Savanne.

Harthözer sind wie alle Lebewesen einem ständigen Wandel unterzogen, weshalb von ihnen auch eine gewisse Gefahr ausgeht. Jährlich werden Menschen und Tiere durch umstürzende Bäume oder heraus gebrochene Äste verletzt. Dabei entstehen Sachschäden in Millionenhöhe. Daher sollte man gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterlagen, die eigenen Bäume besonders gut auf Schädigungen oder Krankheiten untersuchen und
sich im Zweifelsfall beraten lassen.
Schädigungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen, die

  • Statischen Schädigungen an Ästen, Kronen oder dem ganzen Stamm durch Unwetter, Frostsprengungen, Sturmschäden oder Fehlwachstum. Die Beseitigung der Schäden muss durch Ast- bzw. – Kronenstützung, Auslichtung oder Verankerungen der Bäume mittels Stahlseilen erfolgen. Im schlimmsten Fall kann auch eine Baumfällung nötig sein.

und den

  • Biologischen Schädigungen, die oftmals mit den statischen einhergehen weil sich Insekten, Pilze und Parasiten an den geschwächten Stellen ansiedeln. Beispiele hierfür sind Pilzerkrankungen, Blattfraß, Insektenbefall wie z.B. Sitkaläuse bei Fichten, Miniermotte bei Kastanien, Blattläuse, Schildläuse und vieles mehr. Die Beseitigung der Schäden erfolgt mittels biologischer und chemischer Gegenmittel. Im Extremfall per Auslichtung oder Fällung.

Ein lautes Knacken, ein dumpfer Knall, gefolgt von einem schrillen Piepen einer Autoalarmanlage. Ein umstürzender Baum verursachte vor wenigen Tagen in der Nähe unseres Ladengeschäfts in der Pfalzburger Straße mehrere Blech- sowie zwei Totalschäden. Der Vorfall läßt sich in die erste Gruppe der statischen Schädigungen einordnen.
In den späten Abendstunden des 23. September 2008 stürzte ein 25 Meter hoher Baum ohne erkennbare äußere Einwirkung um und fiel auf die Fahrbahn. Er beschädigte zwei dort geparkte Autos stark sowie eine Hausfassade auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Personen kamen nicht zu Schaden.

Unser Amber-Tipp:
Nutzen Sie unsere Kompetenz in Baumfragen. Wir begleiten Sie Sach- und fachgerecht durch die stürmische Jahreszeit. Denn egal ob Erziehungs-, Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt, die Baum- und Heckenpflege im Winter bietet Ihnen viele Vorteile.

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Der Asiatische Marienkäfer - die rote Gefahr

Jeder kennt ihn, den freundlichen, schwarz gepunkteten Freund des Gärtners und Gartenbesitzers: den beliebten Siebenpunkt-Marienkäfer, Fachbezeichnung Coccinella septumpunctata. Seit Jahrhunderten unterstützt der Marienkäfer den Menschen tatkräftig bei der Hege und Pflege seiner Nutz- und Zierpflanzen. Und der fleißige Nützling nimmt seine Aufgabe ausgesprochen ernst - schon im Larvenstadium besinnt er sich auf seine wichtigste Aufgabe und verzehrt täglich bis zu 300 Blattläuse. Kein Wunder also, das der knallrote Sympathieträger 2006 einhellig zum "Insekt des Jahres" gewählt wurde.

Doch wer genau hinsieht erkennt, dass das einstige Idyll in ernster Gefahr ist. Der in Europa von Winzern zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführte Asiatische Marienkäfer, Fachbezeichnung Harmonia axyridis, taucht nämlich immer häufiger auch in deutschen Gärten auf.


Die mit bis zu 19 schwarzen Punkten gezeichneten Käfer können von fast vollständig orange bis fast schwarz gefärbt sein, je nach Ausprägung und Größe der Punkte. Typisch für die Gattung Harmonia ist die schwarze Zeichnung auf dem Halsschild. Normalerweise hellgelblich, wird der Halsschild mittig durch eine schwarze „M- oder W-förmige“ Zeichnung charakterisiert. Dieses Merkmal kann teilweise so stark ausgeprägt sein, dass der komplette mittlere Teil dunkel erscheint und die Seiten hell hervorstechen.

Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt sind alarmiert, da Sie befürchten, dass sich der robuste Eindringling aufgrund seiner hohen Vermehrungsrate noch weiter in ganz Europa ausbreiten wird. Langfristig werden durch das aggressive Auftreten von Harmonia axyridis einige der 80 in Deutschland bekannten Marienkäferarten verdrängt werden. Denn anders als seine einheimischen Artgenossen frisst der Asiatische Marienkäfer nicht nur Blattläuse, sondern auch die Larven der Gallmücke, konkurrierende Marienkäferarten und vieler anderer Nützlinge. Und geht im Herbst einmal die lebendige Beute aus, sind selbst Nutzpflanzen wie z.B. Weintrauben nicht mehr vor ihm sicher. Mit fatalen Folgen für die Winzer: schon zehn bei der Weinlese eingesammelte Käfer können den Geschmack von einem Liter Wein negativ beeinträchtigen.

Auch wenn der Eindringling aus Asien für den Menschen völlig ungefährlich ist, er überträgt keine Krankheiten, beißt und sticht nicht, kann er vor allem für Eigenheimbesitzer zu einer Plage werden. Im Gegensatz zum Siebenpunkt-Marienkäfer bildet der Asiatische Marienkäfer große Schwärme und überwintert am liebsten in trockenen Gebäudeteilen, Häusern und Dachstühlen.

Unser Amber-Tipp:
Wenn sich der Asiatische Marienkäfer in Ihrem Haus eingenistet hat, ist schnelles Handeln gefragt. Je nach Größe des Schwarms empfiehlt sich hier der Einsatz eines Staubsaugers, mit dessen Hilfe Sie die Käfer schnell und effektiv beseitigen können. Um die Insekten jedoch auf Dauer los zu werden sollten sie anschließend eingefroren werden. Bei sehr starkem Befall oder zu großen Schwärmen sollte auf jeden Fall die Hilfe eines Spezialisten in Anspruch genommen werden.

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Der Architektentrost

Nicht allzu lang ist es her, dass sich Berlins regierender Bürgermeister abwertend zum jüngsten "Ort der Hässlichkeit", dem Alexa am Alexanderplatz, äußerte. Doch es gibt Abhilfe, denn nicht umsonst wird der Schlingknöterich auch "Architektentrost" genannt und erfreut sich in der Zunft der Städte- und Häuserplaner großer Beliebtheit.

Der Knöterich stammt ursprünglich aus Tadschikistan. Über Rumänien, Mitteleuropa und Österreich fand er dann seinen Weg nach Deutschland. Es kursieren unterschiedlichste botanische Fachbezeichnungen für die Schlingpflanze. Dies hat geschichtliche Ursachen da jeder Botaniker, der die Pflanze beschrieb, ihr einen neuen Namen gab. Verbreitet sind unter anderem Polygonum baldschuanicum, Polygonum aubertii, Polygonum baldschuanicum, Polygonum aubertii, Bilderdykia, Fallopia. In Deutschland ist er jedoch überwiegend als Schlingknöterich bekannt. Diesen Namen verdankt er den knotenförmigen Verdickungen am alten Holz und seiner Schlingfreude.

Durch sein dichtes Gezweig bietet er eine sichere Niststätte für verschiedenste Vögel und stellt einen idealen Ort für sämtliches Kleingetier das kreucht und fleucht dar. Im Gegensatz zum Efeu, grünt der Knöterich nur bis November und verliert im Winter alle Blätter. Im Frühling bietet er jedoch ein regelrechtes Meer an filigranen weißen Blüten und wächst buschig am Medium.

Er ist der Star unter den Kletterpflanzen. Hat der "Traum" erst einmal Wurzeln gefasst, folgt ein mitunter rasantes vertikales Wachstum von bis zu neun Metern im Jahr. In Fachkreisen wird auch von Wucherung gesprochen. Der Pflanze fehlen allerdings, anders als beim Efeu, die sogenannten Haftwurzeln. Daher ist es ihr nicht möglich aus eigener Kraft in die Höhe zu schießen. Erforderlich hierfür sind Hilfen wie beispielsweise Fassaden, Rohre oder spezielle Holzgestelle.  Die Hilfskonstruktionen können sich problemlos auch auf sonnenabgewanten Seiten befinden.
Zu beachten ist, dass der Schlinger nach wenigen Jahren dutzende Kubikmeter Volumen umfasst und hunderte von Kilo schwer werden kann.
Hat man der Pflanze erstmal ein  Stückchen Erde gegönnt, ist an eine erfgolgreiche Zähmung des Wilden kaum zu denken. Selbst gegen brutalstes Beschneiden ist er so gut wie resistent. Zweige oder Kronen von Bäumen, wie Fichte oder Ahorn, können unter Last des Klettermeisters abbrechen oder der gesamte Baum wird regelrecht erstickt. Die Pflanze kann in Erdnähe durch die permanente Spannung der Gehölze Kleintieren zum Verhängnis werden, auf dem Weg nach oben fingerdicke Stahlseile aus ihren Fassungen sprengen und im oberen Bereich sogar Dachziegel und ganze Regenrinnen auseinander stemmen.

Möglicherweise nicht unbedingt die schlechteste Alternative für den rosa Klotz am Alexanderplatz.

Unser Amber Tipp:

Häuserbegrünung muss wohl überdacht sein. Gerne geben wir Ihnen einen individuellen Überblick über die Möglichkeiten zur Begrünung ungeliebter Häuserfassaden. Auch zurregelmäßigen Beschneidung ihrer Schling- und Kletterpflanzen stehen Ihnen unsere geschulten Amber-Experten stets tatkräftig zur Verfügung.

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Miniermotten-Alarm

Dass die Natur inzwischen immer verrückter spielt, wird am nasskalten Endsommer und den sehr warmen Oktobertagen deutlich. Diese Mischung versetzt Flora und Fauna unter Stress. Die Rhododendren und Kirschbäume, aber auch die Rosskastanie haben sich bereits im späten Sommer winterfertig gemacht, um nun erneut, geweckt durch das Klima, vereinzelt neu auszublühen. Das kostet die Pflanzen wertvolle Energie, die sie eigentlich für die Überwinterung und Abwehr von Parasiten benötigen.

Sie kann einem nur leid tun – die Rosskastanie.
Wegen des milden Winters und des trockenheißen Frühlings schlüpften dieses Jahr besonders viele Larven der sogenannten Balken-Miniermotte [Fachbezeichnung: Cameraria ohridella]. Diese Falterart wird nur etwa fünf Millimeter groß und besitzt lange schwarz-weiß geringelte Fühler, sowie drei weiße Querbänder auf den Vorderflügeln. Charakteristisch und typisch für diese Art ist der federartige Hinterflügel.

Die aus der Familie der Kleinschmetterlinge stammende Motte ist ursprünglich nicht heimisch in Europa. Sie wurde erstmalig 1994 in Österreich nachgewiesen und verbreitet sich seit dem mit rasender Geschwindigkeit, da sie nur wenige natürliche Feinde hat.
Das Minierweibchen legt drei Mal im Jahr [Mai, Juli und September] etwa zwanzig weiße Eier auf die Blattoberseite der Kastanie, wobei die letzte Generation überwintert. Im Larvenstadium minieren sie dabei einen Minen-Gang von ein bis zwei Millimeter in das Blatt. Dieser wird anschließend zu einem kreisrunden Gebilde ausgebaut. Dabei entzieht der Parasit den Blattzellen Nährstoffe, wodurch es zur Braunfärbung kommt und die Blätter bereits im Sommer langsam welken.
Im Endstadium kann eine Mine bis zu 40 Millimeter groß werden und bei starkem Befall sogar geteilt werden. Im Anschluss beginnt – wie von Falterarten gewohnt – das Einpuppen und die Puppenruhe, die im Sommer 12 bis 16 Tage dauert, im Winter allerdings bis zu sechs Monate anhalten kann.

Bislang ist zwar weder in Österreich noch in Deutschland ein Fall bekannt bei dem eine Rosskastanie durch Miniermotten-Befall starb, die Gefahr steigt jedoch, deshalb empfehlen wir :

Unser Amber-Tipp:
Beseitigen sie ganzjährige das Laub der Rosskastanie und vernichten sie es, sodass die Puppen nicht überwintern können.
Im Gegensatz zum Laub verrotten die extrem resistenten Motten nicht. Somit reicht eine einfache Kompostierung nicht aus.
Da in Berlin das Verbrennen von Laub verboten ist, sind spezielle Säcke der BSR besser zur Laubbeseitigung geeignet. Diese können Sie gegen eine Schutzgebühr erwerben.

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Mysterium Gehölzschnitt

Jedes Jahr aufs Neue ist es notwendig, Hecken, Sträucher und einige Bäume im Garten zu beschneiden. Warum? Weil wir etwas von den Pflanzen erwarten: Ästhetisches Aussehen, maximalen Fruchtertrag, Vitalität und dichten Wuchs.

Alle Pflanzen die holzige Teile ausbilden gelten als Gehölze. Dazu gehören Bäume, Sträucher, Halbsträucher und einige verholzende Stauden. Das Gegenstück dazu stellen die krautigen Pflanzen dar. Diese sind ein- oder zweijährige Pflanzen oder mehrfach wiederkehrende Stauden. Die Grenzen zwischen diesen Unterteilungen sind teilweise ein wenig fließend, können im Alltag jedoch gut durch den Fachmann definiert werden.

Stauden und einjährige Pflanzen werden aus optischen Gründen im Herbst nach ihrem erfrieren, jedoch spätestens im Frühjahr auf Bodenniveau runter geschnitten. Zweijährige Stauden sind relativ selten und bedürfen einer speziellen Behandlung. Sie sollten teilweise nicht komplett runter geschnitten werden. Verholzende Stauden sind in der Regel Bodendecker, welche nach Bedarf zurückgeschnitten werden um als Erscheinungsbild eine dichte Bodendeckerfläche zu erzeugen. Der wirklich wichtige Part stellt der Strauchschnitt dar.

Unter den Schnittarten gibt es vier große Unterteilungen:

  • Der Erziehungsschnitt findet noch in der Baumschule oder einige Monate nach einem Verjüngungsschnitt statt.
    Es wird eine möglichst dichte Verzweigung -schon von Wurzelballen aufwärts- und ein gezielt positives Erscheinungsbild des Strauches angestrebt.
  • Den Erhaltungsschnitt dient der Pflege des Strauches
    Er ist der wirtschaftlichste von allen, da er kaum Aufwand bedarf, über längere Zeit wirkt und keine harten Schnitte erfordert. Ähnlich der Prophylaxe beim Zahnarzt.
  • Den Verjüngungsschnitt wird bei nicht konsequenter Pflege des Strauchs fällig.
    Ziel ist es Defizite aus vergangenen Tagen wieder auszugleichen. Dieser fällt meißt relativ radikal aus, was die Notwendigkeit eines versäumten Erhaltungsschnittes -meist zu spät- deutlich macht.
  • Den Pflanzschnitt
    Der Pflanzschnitt ist eine Maßnahme um einer gerade verpflanzten Pflanze ohne Topf(Ballenware) das Anwachsen zu erleichtern und um Ausfälle zu reduzieren. Hierbei wird gezielt Verdunstungsoberfläche der Pflanze -welche jedes Blatt darstellt- entfernt und teilweise sogar ganze Pflanzen komplett mechanisch entlaubt.

Der Formschnitt, auch Heckenschnitt, steht bei allen vier Schnittmaßnahmen ein wenig außen vor. Er erfolgt oftmals über Jahrzehnte in der gleichen oder sehr ähnlichen Ausführung. Hierbei geht es lediglich darum die Form zu bewahren oder neue Formen zu erschaffen Es exisitieren nur wenige Sträucher die diesen rapiden Eingriff auf Dauer und teilweise mehrfach pro Jahr mit sich machen lassen.
Die Beachtung der Versorgung aller Pflanzenteile mit Licht sehr wichtig. Deshalb sollten Hecken und andere Formgehölze immer leicht konisch aufgebaut werden und dementsprechend geschnitten werden um dichte Oberflächen zu gewährleisten, welche möglichst viel Licht absorbieren können.
Geeignete Pflanzengattungen unseres Breitengrades sind unter anderem: Thuja, Taxus, Chamaecyparis,Cupressocyparis, Ligustrum, Buxus, Juniperus, Carpinus,Ilex, Prunus, Rosa, Viburnum, Picea und Spiraea sowie Phyllostachys.

Unser Amber-Tipp:
Der Schnitt im Garten ist definitiv eine Wissenschaft für sich,  jedoch nicht unergründlich...  Ihre Experten beraten Sie jederzeit und gern.

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Papaver - Die Pionierpflanze

Seit Anfang Juni sieht man ihn wieder überall - bei der Fahrt übers Land aber auch teilweise versteckt im innerstädtischen Biotop. Den Mohn, Fachbezeichnung Papaver, gilt als eine der weltweit wichtigsten domestizierten Pflanzen, und dass nicht nur wegen seines, zur heutigen negativen Berühmtheit verhelfenden Bruders, dem Schlafmohn (Papaver somniferum).

Die durchweg in leuchtendem rot erblühenden Pflanzen des bei uns besonders häufig anzutreffenden Klatschmohns (Papaver rhoeas) kennzeichnen seit jeher den Beginn des Frühsommers und inspirierten unter anderem den französischen Impressionisten Claude Monet zu seinem weltberühmten Meisterwerk Mohnfeld bei Argenteuil.

Mohn wächst bevorzugt auf sandigen bis lehmhaltigen Böden und gehört zu den Pionierpflanzen an Ackerrändern, auf Ödland und Böschungen. Die Pflanze führt einen weißen oder gelben Milchsaft, der giftige Alkaloide enthält. Die Farbe der, mitunter bis zu sechs, Hauptblätter kann je nach Art von weiß (Schlafmohn), hellviolettblau bis leuchtend orangerot variieren.
Mohn bildet Kapselfrüchte und verfügt über keinen Griffel. Nach der Bestäubung durch Insekten werden Samenkapseln mit vielen Samenkörnern gebildet . Eine in nur wenigen Pflanzengattungen verbreitete Art der Fortpflanzung. Neigt sich der Stängel – manche Arten unterstützen dies, indem der Stängel mit einem Knick abtrocknet - durch Wind oder Berührung, fallen die Samen aus den Poren wie aus einem Salzstreuer.

Mohn gilt als Nationalblume der Republik Polen. Unter anderem ist daher auch die Sorte Mieszko nach dem gleichnamigen polnischen Fürsten aus dem 10. Jahrhundert benannt.

Unser Amber-Tipp:
Als Zierpflanze eignet sich besonders der Türkische Mohn (Papaver orientales).

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Rhododendren blühen wieder

Rhododendren sind überwiegend immergrüne Sträucher, es existieren aber auch laubwerfende Arten und sogar Bäume. Das klassische Verbreitungsgebiet reicht von der Meeresküste bis in die Hochgebirge sowie von den Tropen bis in die Tundra.
Die in Deutschland heimischen Arten wurzeln sehr flach, erreichen im Wuchs selten über 120 cm Höhe und benötigen unbedingt saure Böden, wie sie in den oft dünnen Humusauflagen auf kalk- bzw. dolomithaltigen Böden zu finden sind.

Der Amber-Tip:
Brechen Sie die Blüten Ihrer Rhododendren sofort nach dem Verwelken vorsichtig aus den Fassungen. So verhindern Sie das Ausreifen der Samenstände und die Pflanze spart Energie, die im folgenden Jahr wiederum in eine prächtige Blütenbildung investiert wird.

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  • Hortus Conclusus, Folge 20 pdf

    Wilde Terroristen

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Es gibt dieses Sprichwort, das besagt: „Je fetter der Boden, desto fetter das Unkraut." Jetzt, mitten in der Vegetationsperiode, wachsen und gedeihen also nicht nur jene Pflanzen prächtig, von denen Sie es sich wünschen, sondern leider auch solche, die Sie eigentlich nicht in Ihrem Garten haben wollen.

    Hortus Conclusus 2Ich bin ja nicht so bibelfest. Aber schon da, im Neuen Testament, taucht das Wort Unkraut auf, das „einer zwischen den Weizen" gesät habe. „Als nun der Weizen wuchs und Ähren ansetzte, schoss auch das Unkraut auf", heißt es bei Matthäus. Und weiter: „Da gingen die Arbeiter zum Gutsherrn und fragten: ‚Herr, du hast doch guten Samen auf deinen Acker gesät, woher kommt das Unkraut?' Der Gutsherr antwortete ihnen: ,Das muss einer getan haben, der mir schaden will.'"

    So weit würde ich nicht gehen. Denn was wir da so abfällig Unkraut nennen – nun, das ist eine Frage der Definition. So könnten Sie beispielsweise aus Giersch – hierzulande mitunter das hartnäckigste „Unkraut" – einen durchaus schmackhaften Salat zubereiten. In früheren Zeiten galt der Giersch, das „Zipperleinskraut", als Heilpflanze. Weiße Siedler nahmen den Giersch sogar mit in die Neue Welt. Mit Absicht! Oder nehmen wir mal junge Löwenzahnblätter: eine Delikatesse nicht nur für Millionen Meerschweinchen.

    Mal angenommen, Sie wollen in Ihrem Garten lieber doch keinen Giersch. Das könnte ich gut verstehen, zumal er anderen Pflanzen Licht, Wasser und Nahrung wegnimmt. Etliche Leute berichten mir regelmäßig von ihrem „persönlichen Kampf-Kraut". Einige haben ihn besiegt, andere fragen mich nach taktischem Rat, wieder andere haben sich mit ihm arrangiert. Zunächst die Theorie: Jede Pflanze, die irgendwo vorhanden ist und sowohl Nährstoffe als auch Licht hat, will wachsen. So ist die Natur, und das ist gut so. Die Evolution ebnete jedem Kraut den Weg.

    Zugleich werden unendlich viele Arten vor unserer Zeit gescheitert sein. Anders gesagt: Je anpassungsfähiger, schnellwüchsiger oder effektiver eine Pflanze ist, desto besser war und ist ihre Entwicklung und Verbreitung. Und da hat der Giersch so seine Stärken, leider. Aber zum Glück ist eine dieser Stärken auch sein Schwachpunkt. Des Gierschs größte Stärke ist sein schnell wanderndes Wurzelwerk. Wird dieses – etwa durch einen engagierten Nachbarn – an der Grundstücksgrenze abgetrennt, kommen kurze Zeit später wieder mehrere Wurzeln auf ihn zu und überrollen sein Grundstück wie eine Walze.

    Hier sollte man keine Experimente wagen. Hinzukommt der konventionelle Weg via Samen. Eine weitere Stärke ist das dicht schließende Blätterdach des Gierschs. Es wächst schnell und sorgt für regelmäßige Energiezufuhr. Kaum ein anderes Kraut gewinnt in dieser Wuchshöhe den Kampf ums Licht gegen den Giersch.

    Und genau hier muss man ansetzen: indem man dem Unkraut das Licht nimmt – oder die Blätter, die es aufnehmen. Zunächst beseitigen Sie darum alles, was Sie von der Pflanze oberhalb der Erde sehen, immer wieder. Sie rauben damit der Pflanze die Energiezufuhr. Beim Rasen macht das der Rasenmäher. In den Beeten ist natürlich Handarbeit nötig.

    Wenn Sie das Übel an der Wurzel packen wollen, müssen Sie extrem gründlich arbeiten. Aus jedem Wurzelrest, das in der Erde verbleibt, werden Ihnen schon bald junge Triebe entgegenwachsen. Da könnten Sie auch gleich über einen 30 Zentimeter tiefen Bodenaustausch nachdenken. Sie könnten den neuen Trieben aber auch den Garaus machen, indem Sie den Boden mit schwarzer Folie abdecken, die Sie dann mit Rindenmulch kaschieren und beschweren.

    Danach überlassen Sie anderen Pflanzen das Geschäft, dem Giersch das Licht zu rauben. Da eignen sich etwa Schaublatt oder Funkien, die sehr große Blätter haben und sich zu einem dichten Bestand entwickeln können. Für dieses Vorhaben sollten Sie möglichst große Pflanzen kaufen, damit Ihr Wunschkandidat quasi auf der Poleposition ist.

    Und wenn das alles nicht hilft, versuchen Sie es mit Beten.

    Bei Matthäus steht auch: „Der Feind, der das Unkraut gesät hat, ist der Satan."

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    Käfer auf Reisen

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Es braucht nicht allzu viel Aufwand, unser mitteleuropäisches Ökosystem zu gefährden. Man nehme: eine Supermarktkette auf der Suche nach attraktiven Sonderangeboten für die Kunden, eine asiatische Baumschule und einen günstigen Frachtflieger. Fertig ist das Problem.

    Hortus Conclusus 2Die Rede ist vom Citrusbockkäfer, der erst seit drei Jahren hierzulande gelegentlich auftaucht. Obwohl es zunächst gelungen ist, seine Ausbreitung an einigen Stellen zu verhindern, dürfte dieser aggressive Schädling inzwischen den Sprung in die europäischen Gärten geschafft haben. In Italien hat er sich bereits auf Hunderten Hektar verbreitet. Dies könnte in den nächsten Jahren einige negative Auswirkungen auf den Laubbaumbestand unserer Breitengrade haben, ähnlich des Angriffs der Miniermotte auf die weiß blühende Kastanie. Jedoch ist die Speisekarte des Citrusbockkäfers weitaus vielfältiger als die der Motte.

    Während es die Miniermotte im Wesentlichen ohne menschliche Hilfe schaffte, nach und nach von Südostnach Mitteleuropa vorzudringen, zog es der schwarze Citrusbockkäfer vor, den Flieger zu nehmen – geht ja auch schneller, wenn der Weg etwas länger ist. Er flog quasi in der Business Class, aber als blinder Passagier. Der Citrusbockkäfer und der zum Verwechseln ähnliche asiatische Laubholzbockkäfer legen ihre Eier unter der Rinde von Laubbäumen ab. Diese sind dort unmöglich zu entdecken. Das ist das Fatale, da der Baumzüchter, Forstwirt oder Straßenbaumkontrolleur den Befall zunächst nicht bemerken kann. Erst wenn nach zwei Jahren die Verpuppung abgeschlossen ist, frisst sich der junge Käfer aus dem Baum heraus, was man an sägemehlähnlichen Rückständen und kreisrunden Löchern im Stamm erkennen kann. Wenn Sie solche Spuren an Zimmer- oder Gartenbäumen finden, sollten Sie nicht einen Moment zögern und behördlichen Rat einholen.

    Der Käfer, schwarz mit kleinen weißen Flecken und auffällig langen Fühlern, ist eigentlich vollkommen harmlos. Zu einem Quarantänefall wird er jedoch, weil er sich in der wichtigsten und sensibelsten Zone des Stammes, eben direkt unter der Rinde, einnistet und den Baum nach und nach zerstört. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, besteht in so einem Fall sogar Meldepflicht. Ist ein Fall eines Schädlings nachgewiesen, setzt eine jahrelange intensive Beobachtung und Bearbeitung – bis hin zur Rodung! – des Gebiets ein.

    Im Fall des Citrusbockkäfers handelte es sich um eine immense Lieferung von Mini-Ahornbäumchen (Acer palmatum) aus China, von denen sage und schreibe etwa zehn Prozent – Zehntausende! – von dem Übeltäter befallen waren. Bis das jedoch festgestellt werden konnte, waren Hunderttausende der Pflanzen verkauft. So – oder so ähnlich, etwa in Lebensmitteln oder Verpackungen – finden jährlich Tausende kleine Tierchen den Weg in die heimische Pflanzenwelt. Auch die immer wieder angebotenen Bonsai-Bäumchen sind groß genug, um Larven einzuschleppen. Das ökonomische Risiko liegt jedoch nicht bei den Wiederverkäufern dieser Pflanzen – oder hat man schon mal davon gehört, dass eine Supermarktkette geschlossen wird, weil dort „kontaminierte" Pflanzen verkauft worden sind? Es nutzte sowieso nichts; die Ware ist binnenweniger Tage verkauft und der Nachweis schwierig.

    Ganz anders liegt aber der Fall, wenn eine Baumschule betroffen ist: Ohne erhebliche Rücklagen wird das in aller Regel das Ende bedeuten – den betriebswirtschaftlichen Super-GAU. Warum? Aufgrund der langzeitigen Verpuppung kann es schnell passieren, dass einem betroffenen Betrieb ein jahrelanges Handelsverbot auferlegt wird. In Baumschulkreisen berät man sich inzwischen über eine Art Rettungsschirm für unverschuldete, durch den Käfer in Existenznot geratene Betriebe. Da dieses Risiko für Versicherungen nicht zu kalkulieren ist, gibt es für diesen möglichen Schadensfall keinen Versicherungsschutz, genauso, wie Versicherungen es ablehnen, ein Atomkraftwerk zu versichern. Die sind ja nicht blöd.

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    Das große Fressen

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Sie sollten diese Zeilen besser nicht lesen. Zu eklig. Zu brutal. Oder haben Sie ein Problem mit Nacktschnecken? Dann vielleicht lieber doch.

    Hortus Conclusus 2

    Das Tagebuch einer Nacktschnecke bestünde wohl im Wesentlichen aus folgenden sieben Buchstaben: f, r, e, s, s, e, n. Eine Nacktschnecke vertilgt täglich etwa die zehnfache Menge ihres eigenen Körpergewichts. Sie tritt auch nie allein auf. Und es werden immer mehr. Das fast völlige Fehlen natürlicher Feinde – kaum ein Tier mag die schleimigen Dinger fressen – macht die Sache auch nicht einfacher.

    Wir können dieser Plage also nicht tatenlos zusehen. Die von Dieter Moor temperamentvoll aufgestellte These, dass indische Laufenten Nacktschnecken als Delikatesse ansehen, trifft zwar zu, ist aber nur schwer profitabel umzusetzen: In einem Nutz- oder Ziergarten müssen Sie diese Tiere nämlich beaufsichtigen, weil sie sich auch für Ihre Pflanzen und Ihr Gemüse interessieren könnten. Und die Hinterlassenschaften dieser Tiere sind auch nicht ohne. Immerhin soll es Möglichkeiten geben, diese Laufenten zu mieten. „I hired a contract killer", sozusagen.

    Es gibt aber auch andere, ungiftige Möglichkeiten, und das Gute ist, dass man die meisten miteinander kombinieren kann. Zunächst könnten Sie einfach nur jenen Teil Ihres Gartens, den Sie schützen wollen, mit unüberwindbaren Schneckenzäunen umgeben und den Rest der Natur überlassen. Kaffeereste und Asche mögen die Viecher übrigens auch nicht. Das ist, sagen wir mal, die pazifistische Variante – die Sie auch noch ergänzen können, indem Sie Ihren Garten nicht abends, sondern morgens wässern. Weil Schnecken nachtaktiv sind und Feuchtigkeit lieben. Wenn das nicht hilft und Ihnen diese Vielfraße einfach zu viel werden, müssen Sie zum Angriff übergehen.

    Da gibt es zum Beispiel die Bierfalle: Sie graben ein Gefäß so ein, dass es randlos in der Erde liegt und füllen es mit Bier. Die Schnecken – sieh an! – mögen das nämlich und fallen hinein. Leider gibt es dabei ein Problem: Ihr kleines Gartenlokal wird, wie im richtigen Leben, Bierfreunde aus nah und eben auch aus fern anziehen – und Sie als Wirt haben den Ärger mit den Bierleichen. Aber vielleicht hilft da ja eine konzertierte Aktion mit Ihren Nachbarn?

    Ach ja, die Entsorgung. Keinesfalls auf den Kompost, weil sich die Artgenossen dort – ich habe Sie doch gewarnt, diese Kolumne zu lesen! – über die Eiweißzulage im Speiseplan freuen. Dies gilt natürlich auch für die Überreste anderer Mordmethoden: Ich kenne Leute, die schneiden die Schnecken einfach in zwei Teile. Andere übergiessen sie mit heißem Wasser oder streuen Salz, das die Tiere austrocknen lässt. In jedem Fall aber müssen Sie die toten Schnecken tief vergraben oder im Hausmüll entsorgen.

    All diese unschönen Methoden setzen voraus, dass man die Tiere sucht, findet und dann erledigt: Sie müssen also nicht nur den Jäger und Sammler, sondern auch den Henker spielen. Sehr viel weniger grausam erscheinen mir da die beiden folgenden Methoden, einen Garten halbwegs schneckenfrei zu bekommen: Eisen-IIIPhosphat ist ein Köder, ein „natürliches Gift", das Sie allerdings so auslegen müssen, dass die Weinbergschnecken dort nicht herankommen. Es sei denn, Sie wollen auch ihnen zu Leibe rücken. Dieser natürliche Wirkstoff hat zur Folge, dass die Schnecken aufhören zu fressen und daher schlicht verhungern.

    Der Königsweg aber scheint mir ein höchst effektiver natürlicher Feind der Nacktschnecken zu sein: eine Gattung des Fadenwurms mit dem hübschen Namen Phasmarhabditis hermaphrodita. Sie können diese Schneckenbekämpfer im Internet bestellen und in viel Wasser verteilt im Garten ausbringen – vergießen oder versprühen. Diese Fadenwürmer – auch das ist jetzt kurz nochmal eklig – dringen in die Schnecke ein und lösen sie nach einigen Tagen auf. Und übernehmen dadurch auch gleich noch die Entsorgung. Dann dürfte das große Fressen vorbei sein. Jedenfalls für eine Weile.

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    Auf dem Holzweg

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Es wird wohl kaum noch zu beweisen sein, aber ich nehme mal an, dass Holz der älteste Werkstoff der Menschheit ist. Auch als wir noch auf den Bäumen hockten und es galt, einen Gegner in die Flucht zu schlagen – was lag da näher, als einen Ast abzubrechen und ihn zu gebrauchen? So haben wir wohl mal angefangen, mit dem Holz zu arbeiten.

    Hortus Conclusus 2Im Garten spielt Holz eine sehr große Rolle. Zunächst ist da die Naturnähe und Leichtigkeit, die beispielsweise ein Holzdeck ausstrahlt. Auch die haptische Weichheit dieses Materials ist toll. Stellen Sie sich mal vor, barfuß auf einem Holzsteg zu gehen – und dann auf Beton. Na, was ist schöner? Neben den grandiosen Bearbeitungs- und Konstruktionsmöglichkeiten kommt hinzu, dass Holz ein relativ leichter Baustoff ist, was beim Bauen logischerweise immer einen Kostenvorteil bringt. Stellen Sie sich vor, welches Gerät und wie viel Zeit es bräuchte, um eine Pergola oder einen Zaun komplett aus Stahlbeton zu bauen. Zu viel.

    Für alle hölzernen Bauwerke gilt grundsätzlich: Im Außenbereich mussFeuchtigkeit stets von Holz ferngehalten werden. Sehr schattig gelegene Holzelemente sind in der Regel nach sechs oder sieben Jahren bereits an- oder gar durchgefault, während sie an sonnigen Plätzen doppelt so lange durchhalten. Holzart, Konstruktion und Pflege sind die entscheidenden Faktoren.

    Tropenhölzer wie Bangkirai oder Massaranduba, die über einen hohen Öl- und Harzanteil verfügen, können sogar einige Jahrzehnte überdauern. Das liegt daran, dass diese verhältnismäßig lange für ihr Wachstum gebraucht haben und unter tropischen Bedingungen gewachsen sind. Sie lassen sich jedoch schwer verarbeiten und fühlen sich eher wie Kunststoff als Holz an. Inwiefern ein vorhandenes FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) etwas über nachhaltige Forstwirtschaft aussagt, vermag ich nicht zu beurteilen. Insbesondere wenn diese von Schwellenländern gestempelt werden. Aber solange wir Hamburgerfleisch auf brasilianischen Regenwaldböden produzieren, ist es ja eigentlich auch egal. Die gefällten Bäume müssen ja schließlich irgendwo hin. Deutlich nachhaltiger und ökologisch vertretbarer ist Lärchenholz, die Haltbarkeit liegt bei etwa 15 Jahren und der Transportweg ist nicht allzu weit. Kiefern- und Fichtenholz wird in der Regel imprägniert angeboten, erreicht jedoch keine so hohe Haltbarkeit wie die Lärche.

    Nur: Selbst von den auserwählten Hölzern weiß man nicht, wie sie sich außerhalb des Baumarktes entwickeln werden. Holz arbeitet. Was manche Outdoor-Holzbauwerke nach einem heißen Sommer, gefolgt von einem harten Winter, an Krümmung und Verdrehung aufweisen, schmerzt manchmal sehr. Darum würde ich immer zu einer stabilen Bauweise mit vielen Verbindungen raten, damit sich die Nacharbeit in Grenzen hält.

    Stahl und Beton sind insofern unabdingbar, da sie die physische Verbindung zu Ihrem Garten herstellen. Holz sollte nie mit Erde in Kontakt kommen und auch nie in Betonfundamente eingelassen werden, wegen der Feuchtigkeit. Aber ein Betonfundament sollte so ein Zaunpfosten schon haben, deshalb wird Stahl als Brücke zwischen Fundament und Holz verwendet. Diese Stahlanker werden unterirdisch in den Beton eingelassen und oberirdisch mit kräftigen Schrauben am Holzpfosten verschraubt und stellen somit eine stabile Verbindung dar. Die Schrauben sollten aus Edelstahl gewählt werden. Diese sind etwas teurer, rosten und färben nicht und sie verlieren ihren Kopf nicht so schnell.

    Vor einigen Jahren sah ich bei einem Kunden eine merkwürdige Konstruktion: Auf allen waagerechten, dem Regen ausgesetzten Balken eines Geländers lagen ebenso breite Leisten, geölt und vorsichtig mit Edelstahlnägeln befestigt. Diese Leisten, erklärte er, tausche er alle paar Jahre aus, bevor das Geländer darunter vom Wetter angegriffen würde.

    Man sieht: Die praktische Intelligenz, die uns von den Bäumen heruntergeholfen hat, schlummert wohl in uns weiter. In jedem von uns. Nicht nur Holz arbeitet.

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    Christbäume

    Von Jonathan Caspar Dralle

    Wer viel arbeitet, hat manchmal nicht genug Zeit zum Essen. So kam es, dass ich vor ein paar Tagen zwischen zwei Terminen an einer Pommesbude die Frage eines kleinen Jungen aufschnappte: „Papi, was ist eigentlich ein Zeh-deh-uh-Baum?" Der Vater, noch kauend, sagte kopfschüttelnd, dass es so was nicht gäbe. Der Junge: „Aber die ganze Stadt ist doch voll davon!"

    Hortus Conclusus 2Recht hatte er. Im Südwesten Berlins hat die Partei Hunderte Bäume mit Werbetafeln verziert, auf denen zu lesen ist: „Ich bin ein CDU-Baum!" Wie Sie wissen, wurde vergangenes Wochenende in Berlin gewählt. Kaum ein Baum war mehr vor der Mitteilungswut der Parteien sicher. SPD-Spitzenkandidat Wowereit verkündete auf Plakaten, dass er Berlin verstünde. Die Konservativen plakatierten vollkommen ironiefrei, dass man sie wählen solle, damit sich was ändere. Die FDP wollte in Paris Croissants anstelle von Schrippen bestellen und so wahrscheinlich auf die Bringschuld der Migranten – wenn auch etwas verquer – hinweisen. Ging bekanntlich nicht so gut aus.

    Komisch, sich vorzustellen, die CDU hätte alle Bäume, die sie sich da gutschreibt, selber eingepflanzt. Könnte sie das? Wer kann es überhaupt? Einen Baum pflanzen? Immerhin eine Sache, die man in einem gelungenen Leben angeblich nicht versäumt haben darf.

    Bevor Sie zur Baumschule fahren, müssen Sie sich überlegen, was Sie wollen. Soll der Baum groß werden? Oder gerade mal das erste Stockwerk Ihres Hauses erreichen? Haben Sie Platz für eine ausladende Krone? Eine diplomatische Vertretung, die zu meinen Kunden zählt, hat eines Tages festgestellt, dass auf dem Nachbargrundstück ein Wohnhaus gebaut wird. Es bedurfte eines Sichtschutzes. Etwa sechs Meter hoch, aber keine Mauer oder Bretterwand. Die Platanenreihe ziert nun diesen Bereich und schirmt wunderbar ab.

    Sie müssen vordenken,um nicht irgendwann Probleme mit einer durchwurzelten Kellerabdichtung zu bekommen. Auch Diskussionen mit den Nachbarn aufgrund ausladender Äste oder Verschattung sind lästig. Achten Sie stets auf genügenden Abstand zum Nachbargrundstück – die Vorschriften sind hier von Region zu Region verschieden. Bäume können bis zu einer Höhe von etwa 15 Metern geliefert und gepflanzt werden. Das geht allerdings ins Geld, allein der Kraneinsatz. Für welchen Baum auch immer Sie sich entscheiden: Graben Sie eine große Grube (doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen), lockern Sie diese ein wenig auf und füllen sie zur Hälfte mit einer guten Erde. Bedeutet: Ein hoher Humusanteil ist in jedem Fall gut. Sie könnten zum Beispiel Kompost beimischen. Diese „neue" Erde noch ein wenig mit der vorhandenen Erde durchmischen und schon kann der Baum in sein gemachtes Bett gesetzt werden. Achten Sie darauf, dass der Wurzelhals (Übergang von Wurzel zu Stamm) etwa niveaugleich mit dem Gartenboden ist, füllen Sie einfach den Rest der Grube mit der „guten Erde" und verdichten diese mit den Füßen.

    Neben einer ordentlichen Pflanzgrube braucht so ein Baum eine Baumverankerung, um nicht beim nächsten Sturm aus dem Lot gebracht zu werden, wobei neu gebildete Wurzeln wieder abreißen würden. Diese Sicherung kann mit Holzpfählen und Kokosstrick oder unterirdisch mit speziellen Baumankern hergestellt werden.

    Der anschließend aus Erde herzustellende Gießkranz, dessen Durchmesser etwas größer als der des Wurzelballens sein sollte, hat eine Art Trichterfunktion und ermöglicht es, große Mengen an Wasser punktgenau an der Wurzel versickern zu lassen. Direkt nach der Pflanzung sollte dieser mehrfach geflutet werden, damit keinerlei Hohlräume mehr an der Wurzel vorhanden sind.

    Nach getaner Arbeit könnten Sie natürlich ein Schild an Ihrem Baum anbringen, je nach Ihrer Präferenz: Ich bin ein CDU-, CSU-, FDP-Baum oder ihn zum sozialdemokratischen Urgehölz oder gar zum Piratenbaum erklären. Oder Sie denken sich einfach: Das ist mein grüner Baum. Auch wenn er dann, wie am vorigen Sonntag gesehen, auch nicht zwangsläufig in den Himmel wächst.

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